"Living history", zu deutsch "lebendige Geschichte", nennt sich das, was wir tun. Dabei stützen wir uns auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse über das 15. Jahrhundert. Diese Erkenntnisse sind jedoch nicht statisch. Immer wieder erfordern neue Funde ind Text-, Bild- oder Realienform ein Überdenken des momentanen Ausrüstungsstandes.
Es ist für uns selbstverständlich, unsere Ausrüstung und unser Wissen immer wieder kritisch zu prüfen und gegebenenfalls dem Forschungsstand anzupassen. Die Mitglieder unserer Gruppe haben in oft jahrelanger Arbeit Museen bereist und dort Originale dokumentiert oder unermüdlich Archive und Bibliotheken nach Schriftquellen und Fachpublikationen durchforstet. Viele unserer Rekonstruktionen sind in Zusammenarbeit mit Museen und Restauratoren entstanden. Aber auch diese Stücke müssen oftmals im Zuge der Erweiterung unserer Erkenntnisse durch Neues ersetzt werden.

Dies kann durchaus auch frustrierend sein. Oder einfach Ansporn zur Verbesserung.

Jedem im Verein ist klar, dass es für uns heute unmöglich ist, alle Aspekte des spätmittelalterlichen Lebens historisch korrekt zu erfassen und nachzubilden. Wir sind - und bleiben es auch gerne - Menschen des 21. Jahrhunderts, und viele Vorstellungen des Mittelalters sind für uns heute nur schwer oder nicht mehr nachvollziehbar. Daher versuchen wir auch nicht den gesamten Alltag des späten Mittelalters zu erleben, sondern begnügen uns mit dem Ausprobieren der rekonstruierten Gegenstände und dem Nachstellen von Teilbereichen.
Selbst dabei eröffnen sich manchmal ganz neue Sichtweisen auf die Geschichte, und viele Details sind erst dann wirklich nachvollziehbar, wenn man sie einmal praktisch ausprobiert hat.